• Entstehung

    Die Reise beginnt in der Nollendorfstr. 22, wo das Kollektiv Solidaritätsprojekt mit Lateinamerikanischer Kultur durch finanzielle Hilfe einer den Grünen nahestehenden Stiftung ihre erste Heimat findet.

    Damals wie heute erinnert der Name andenbuch an das Ziel des Kollektivs: Gemeinsam die Verbreitung der politischen und kulturellen Belange Lateinamerikas in der Stadt zu fördern. Verantwortlich für das Projekt ist der Exil-Chilene Hugo Rozas, ein Jahr später kommt der uruguayische Architekt Thomas Rübens hinzu.

    Bild: Thomas Rubens, María Díaz, Hugo Rozas, damalige Buchhalterin, Esther Andradi, Isabel Allende, Alejandra Maass (1984).

    1983
  • Umzug nach Charlottenburg

    Der Umzug 1989 in die Räumlichkeiten einer ehemaligen romanischen Buchhandlung in der Knesebeckstraße 18/19 erweitert auch die literarische Vielfalt. Von nun an werden Bücher in allen romanischen Sprachen angeboten: Italienisch, Französisch, Portugiesisch, Rumänisch, Katalanisch, Galicisch usw. Seit Anfang des letzten Jahrhunderts ist dieser Teil Charlottenburgs der Inbegriff des Buchhandels: „Europäisches Buch“, „Lilith“, „Bücherbogen“, „Buchladen am Savignyplatz“, „Kiepert“ oder die „Autorenbuchhandlung“ sind hier zu Hause.

    Nach einigen Jahren des Wachstums zieht die Buchhandlung eine Tür weiter. Neben einer Vergrößerung der Räumlichkeiten durfte man sich auch über ein größeres Team freuen, das nun fünf Mitarbeiter umfasste. Das Wachstum gab auch die Möglichkeit das kulturelle Angebot zu erhöhen, so kommt es hier zu regelmäßigen  Lesungen, Vorträgen oder Konzerten von europäischen oder lateinamerikanischen SchriftstellerInnen und Intellektuellen wie Eduardo Galeano, Tomas de Mattos (Uruguay), Luis Fayad, Arturo Alape (Kolumbien), Antonio Skármeta, Isabel Allende, Gonzalo Rojas und José Donoso (Chile), Sergio Ramírez (Nicaragua), Álvaro Pombo, Eduardo Mendoza, Javier Tomeo, Quim Monzó (Spanien), Alessandro Baricco (Italien), Flavio Aguiar, Moacyr Scliar, Raquel de Queiroz, Joao Silverio Trevisan (Brasilien), Teresa Ruiz Rosas (Peru), María Bamberg (Deutschland/Argentinien), Alain Robbe Grillet, Ivon Le Men (Frankreich), Hugo Klaus (Belgien), Eduardo Belgrano Rawson, Mempo Giardinelli, Elsa Osorio (Argentinien), Miguel Barnet, Nancy Morejón (Kuba), Sergio Pitol, Margó Glantz, Juan Villoro (Mexiko), Gerard Etienne (Haiti), José Rico Direitinho (Portugal), Jose Eduardo Andalusa (Angola)… und vielen mehr.

    Foto: Prof. Dr. Jürgen Golte y Dr. Alfredo Alberdi Vallejo (1999).

    Datenquelle: Alberdi Vallejo, Alfredo. „La librería ‚Andenbuch‘ (‚libro andino‘) de Berlín. El rol socio-cultural latinoamericano (1983 – 2014).“ Revista digital Runa Yachachiy, Berlín, II semestre, 2017, http://alberdi.de/AndenbuchAlI-IIS17.pdf

    1989
  • Fall der Mauer und Jahrhundertwende

    Mit dem Fall der Berliner Mauer verändert sich die Stadt, das Angebot an Buchhandlungen nimmt zu.  Mit der Popularisierung des Internets im Jahr 2000 verschärft sich der Konkurrenzdruck weiter – vor allem durch den globalen Monopolisten und Konkurrenten, der ebenfalls mit „a“ beginnt.

    Außerdem wird das Verbot, Bücher in Kaufhäusern zu verkaufen aufgehoben, in der Konsequenz müssen viele Buchhandlungen schließen. Davon betroffen ist leider auch andenbuch, das nun wieder in die kleineren Räumlichkeiten der Goethestraße 69 ziehen muss. Doch auch dort kann sich der Laden nicht lange halten und schließt 2003 seine Türen. Thomas bleibt seiner Leidenschaft treu und verkauft weiterhin Bücher von zuhause über das Internet.

    Bild: Pixabay.

    2000
  • Übergabe

    Als Thomas 2014 in sein geliebtes Montevideo zurückkehrt beschließe ich, einen lang gehegten Traum zu verwirklichen und kaufe die Buchhandlung. Einige Jahre führe ich das Geschäft (mit der Unterstützung und Geduld meiner Töchter) online fort, bevor ich mich in der schönen Gegend Kreuzberg niederlassen kann.

    Bild: Timo Berger.

    2014
  • Die Räumlichkeiten

    Jahrelang habe ich einen Ort gesucht, der nicht nur für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich ist, sondern mit einer Miete, die auch bezahlbar ist. Leider war alles sehr teuer und niemand interessierte sich für eine Buchhandlung (und ich heiße nicht Jeff). Schließlich nach langer Suche und durch glückliche Vorsehung bin ich in der Bergmannstr. 59 angekommen. Als die Eigentümerin Helma H. mich fragte, was für ein Geschäft ich dort eröffnen wolle, und ich ihr sagte, „eine Buchhandlung“, antwortete sie breit lächelnd: „Wunderbar!“ – und so ist andenbuch als Buchhandlung und Kulturraum wiedergeboren.

    Mein Traum war auch der seiner Gründer: Es sollte nicht nur eine Buchhandlung sein, sondern ein gemeinschaftlicher Treffpunkt, der kritische soziale Reflexion und neues Denken fördert. Ein Ort des kulturellen Widerstands gegen einen immer brutaleren werdenden Kapitalismus. Ein Ort, an dem man Titel aus ganz Lateinamerika und Spanien, von unabhängigen Verlagen sowie eine sorgfältige Auswahl anderer Verlage finden kann.

    Bild: Helma Hesse.

    2017
  • Heute

    Wir bieten nicht mehr alle romanischen Sprachen an, sondern neben Werken der spanischen Sprache nur noch eine Auswahl an Büchern in brasilianischem Portugiesisch und einige in Katalanisch oder Galicisch. Deutsche und zweisprachige Titel finden Sie ebenfalls bei uns.

    Bei uns finden sie auch eine Abteilung mit Büchern, die lange im Lager darauf warteten entdeckt und geliebt zu werden, sowie alte oder gebrauchte Bücher, die durch Spenden zu uns kommen. Das Ergebnis ihres Verkaufs geht an soziale Projekte, derzeit arbeiten wir z.B. mit einer Schule in Guatemala zusammen. Hier finden Sie auch einige Titel in anderen Sprachen.

    Man kann keine millionen Titel vorrätig haben, aber wenn Sie in unserem Katalog den gesuchten Titel nicht finden, dann suchen wir danach. Wir haben ein Herz für schwierige und „antiquarische“ Recherchen. Dafür arbeiten wir mit Buchläden und Antiquariaten in ganz Spanien und Lateinamerika zusammen und können auch vergriffene oder sehr schwer zu findende Ausgaben aufspüren und für Sie zugänglich machen.

    In diesen drei Jahren ist es uns gelungen, uns als Bezugspunkt für lateinamerikanische und spanischsprachige Kultur in dieser schönen Stadt Berlin zu etablieren. Alle unsere Aktivitäten können Sie in den sozialen Netzwerken, auf Facebook, Instagram oder auf unserem Youtube-Kanal nachverfolgen.

    Bild: andenbuch.

    2020
  • In „Corona-Zeiten“

    Wir feiern 3 Jahre in diesem wunderschönen Innenhof und setzen unser Veranstaltungsprogramm fort (Präsentationen und Lesungen, politische und künstlerische Treffen, Kinderaktivitäten, Dokumentarfilme über Menschenrechte und Kunst, Theater, Ausstellungen, Spanisch Unterricht, Lese- und Schreibworkshops, in den kommenden Monaten wird es einen für Träume und eine Druckwerkstatt geben), obwohl aufgrund der internationalen Notsituation, die jeder kennt, das Tragen einer Maske notwendig sein wird und die maximale Quote 25 Personen während der kulturellen Veranstaltungen und bis zu 12 Personen für die Workshops betragen wird.

    Wir erwarten Euch in einem der schönsten Innenhöfe Kreuzbergs!

    Bild: andenbuch.

     

    Teresa Cosci
    andenbuch
    September 2020

     

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